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21. Oktober 2012 / Pascal Tannich

Woche eins beim Zweiten Deutschen Fernsehen

Die Woche

Montag 9.45 Uhr, mein Praktikum beim ZDF begann an der Pforte mit dem Tagesausweis und führte zuerst in die Abteilung Aus- und Fortbildung. Um 10 Uhr ging es mit der Einführung los, dann kurz vor dem Mittagessen weiter in die Redaktion. Jeder Praktikant hatte ein kleines Post-It auf seinen Unterlagen, auf dem der jeweilige Arbeitsplatz für die nächsten Wochen vermerkt war. Also: Ab in den fünften Stock des Hochhauses zum… Fernsehspiel. Nein, hier war was falsch, ich war nicht der richtige Praktikant für diese Redaktion. Machte aber nichts (übrigens auch sehr nette Kolleginnen dort!) Schnell klärte sich am Telefon, dass ich da wohl versehentlich ein falsches Post-It auf meinen Unterlagen hatte.

Zwei Stockwerke tiefer sah es schon viel besser aus: Hier war ich richtig – angekommen beim „Team Lustig“ – verantwortlich für Shows wie „Leute, Leute!“, „Neues aus der Anstalt“, „Pelzig hält sich“ und die „heute-show“. Nach dem Mittagessen ging es durchs Stockwerk, zu den Kollegen von „Wetten, dass..?“, all den anderen Shows und schließlich über die Onliner wieder zurück ins eigene Büro, an dem ich fast vorbeigelaufen wäre, nachdem ich in der Runde durchs Stockwerk leicht die Orientierung verloren hatte.

Anschließend aber ans Werk: Clips sichten, die es möglicherweise in die nächste „heute-show“ schaffen könnten.

Dienstag ging es dann neben den Clips um Zuschauerpost, die beim ZDF erstens ernst genommen und zweitens mit viel Liebe beantwortet wird. Keine ganz leichte Aufgabe, aber am Mittwoch und Donnerstag lief auch das schon recht gut.

Am Mittwoch durfte ich an einer Führung durch die Studios im Sendebetriebsgebäude teilnehmen und konnte im Fernsehgarten Sonne tanken.

Donnerstag stand der erste große Wahlkampfsauftritt von Peer und Angela auf dem morgendlichen Programm: Bundestag live… und wie ihr wisst, fand sich davon einiges in der Show am Freitag. Wie hätten wir das auch „unterschlogen“ können. Außerdem habe ich Polit-Sendungen nach möglichen für die „heute-show“ interessanten Clips durchgesehen.

Die Aufzeichnung

Höhepunkt der ersten Woche war mein Freitag in Köln bei der Aufzeichnung der „heute-show“. Dort angekommen, konnten wir die Proben für den Abend miterleben. Auch, wenn mir vorher größtenteils klar war, wie eine solche Sendung produziert wird, macht es doch einen Unterschied, es wirklich zu erleben. Stephan Denzer, mein Chef und „Erfinder der „heute-show““ (Filmakademie Baden-Württemberg), führte meine Praktikantenkollegin und mich durch die Studios in der Schanzenstraße und erklärte uns die Technik: ein weiteres, schönes Extra des Tages.

Satire ist übrigens immer noch (ein bisschen) Theater. Kulissenumbau und Proben gehören dazu wie Aberglaube und Bräuche, die für die nötige Sicherheit sorgen. Auch bei Oliver Welke, dem abgebrühten Anchorman der „heute-show“. Details kann ich leider nicht verraten: Aberglaube und so…

Schön, Alexander Schubert ungegelt beim Proben seiner Rolle des Albrecht Humboldt zu beobachten und zu sehen, wie sich die Protagonisten vor der Show noch Tipps für ihre Auftritte geben und bis zum Schluss an den Details gefeilt wird: Zum Beispiel Claus von Wagners französischen Grüßen. Christine Prayon machte mir in der Probe fast noch mehr Freude als in der Show selbst.

Abends dann die Aufzeichnung: Die Tribüne füllt sich mit 200 Gästen, wir sitzen in der Regie. Das Publikum wird auf die Sendung eingestimmt. Dann: Auftritt Oliver Welke, der nochmal das Publikum auf die folgende halbe Stunde vorbereitet und mit einem Mini-Stand-Up-Programm für die richtige Stimmung im Studio sorgt. Schon geht es los. Ab jetzt hält sich alles an den Ablaufplan: Ton, Bild, Regie. Im „Kontrollraum“ werden die Einspieler eingezählt, Schwenks und Kameras zugeteilt, die Sendung komponiert.

Es sind eben nicht nur Oliver Welke und die anderen Schauspieler, sondern mit ihnen auch das ganze Team, das fürs Gelingen verantwortlich ist. Requisiten, Kulissen, Regie, Bild, Ton, Redaktion und, und, und…

Es war toll, vielleicht klappt’s in den nächsten sechs Wochen nochmal.

Gute Reise

Meine Heimreise aus Köln möchte ich hier in einem eigenen Kapitel schildern. Sie begann um kurz nach 21 Uhr in Köln-Mülheim. Eine laue Sommernacht klanglich durchbrochen von Sirenengeheul und geruchlich durch die Bierlache auf dem Boden der U-Bahn, die im Rhythmus der Haltestellen langsam hin und her schwappte. Am Hauptbahnhof erreichte ich in vollem Sprint das Gleis, um dort zu erfahren, dass sich der ICE um eine Viertelstunde verspäten würde.

Oh, wäre es doch nur bei dieser Viertelstunde geblieben. Immer wieder die Bahn-Website befragend, erfuhr ich von immer interessanteren „schnellsten“ Verbindungen. Und so führte mich meine Reise im ICE nach Frankfurt, dann im IC nach Mainz. Dies war auch für den Schaffner von Frankfurt nach Mainz derart irritierend, dass er mich doch glatt fragte: „Ham Sie auch noch ’nen and’ren Fahrschein?“ Worauf ich ihm entgegnen musste, dass ich nicht unbedingt freiwillig diese extravagante Route gewählt hatte.

Von Mainz aus ging es dann nur noch mit dem Auto nach Darmstadt, was in nicht mal 20 Minuten erledigt war. Nun: Es gibt effizientere Wege von Köln nach Darmstadt. Doch hatte ich ja eigentlich mit einer schnellen Verbindung gerechnet und war, mein Wochenendgepäck zurücklassend, nur mit leichtem Gepäck nach Köln gereist. So war ich gezwungen im Zickzackkurs mal aufs Ziel zu, mal vom Ziel weg zu reisen.

Weltenbummler wider Willen, kam ich nach fast fünf Stunden daheim an. Morgens hatte ich die Strecke als Mitfahrer im Auto in weniger als der Hälfte der Zeit absolviert. Die Bahn macht eben mobil. Nur nicht immer zielgerichtet.

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  1. Martin Krauß / Okt 21 2012 12:01

    Sich verlaufen gehört in den ersten Tagen im ZDF wohl mit dazu 😉 – Dein Post klingt so, als hast du spannende und auch humorvolle Wochen vor dir. Zu deiner Bahn-Anekdote sei als befristeter Berufspendler gesagt: Schnelle Verbindungen zwischen Köln und dem Rhein-Main-Gebiet gibt’s grundsätzlich nur über Frankfurt bzw. Frankfurt am Main Flughafenbahnhof. Die ICE-Verbindung auf der anderen Rhein-Seite braucht wesentlich länger und fährt nicht so häufig, wie die Verbindung über Frankfurt.

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