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20. Mai 2012 / Pascal Tannich

„Krieg in Frankfurt…

und keiner geht hin.“

Gestern haben wir an der Uni simulierten Online-Journalismus betrieben und Berichte auf Basis von Agentur-Meldungen gebaut.

Thema war unter anderem auch Blockupy und ich kam nicht umhin, obige Aussage zu tätigen.

Vera Bunse hat auf CARTA die gleiche Meinung etwas ausführlicher geäußert. Es ist ernüchternd, wenn Gerichte politische Entscheidungen bestätigen, die die Meinungsfreiheit beschneiden. Präventiv friedliche Protestcamps zu räumen und gegen Demonstranten gepanzerte Fahrzeuge und Wasserwerfer aufzufahren, führt nicht zu einer Entspannung. Wer fühlte sich nicht von einer derartigen Gewaltdemonstration seitens des Staates bedroht?

Natürlich gibt es Menschen unter den Demonstranten deren Ziele Randale und Zerstörung sind, sie sind aber nicht die, die hinter den kapitalismuskritischen Aktionen stehen. Diesen aggressiven Menschen ist egal, bei welchen Demos sie ihre Zerstörungswut entladen.

Vielleicht kommt ein Denkprozess in der Bevölkerung in Gang, wenn in den Medienberichten immer mehr menschenleere Straßen, bewacht von berittenen Polizisten zu sehen sind. Geräumte Plätze, umstellt von Hundertschaften, werden hoffentlich Irritation beim Bürger auslösen. Denn er bezahlt schließlich die Polizisten.

Dass aus ganz Europa Demonstranten anreisen, daran wird sich deutsche Politik wohl gewöhnen müssen. Das war und ist in Sachen Atompolitik der Fall und trifft auch auf Finanzmarkt-Kritik und ACTA-Demos zu. Europäische Themen werden in europäischen Städten von europäischen Bürgern angegangen werden.

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  1. opalkatze / Mai 20 2012 15:10

    Hai Pascal,
    das mit dem simulierten Online-Journalismus würde mich noch interessieren.

    • Pascal Tannich / Mai 20 2012 15:27

      „Simulierter Online-Journalismus“:

      9 Uhr Arbeitsbeginn in der Redaktion (Kursbeginn) – 17 Uhr Feierabend (Kursende).

      Aufgabenstellungen: Bilderstrecken bauen, die die Fakten eines Berichts erzählen und den Nutzer über die Bilder durch die Geschichte führen. Also inhaltlich passende Bildunterschriften formulieren, die aber nicht das beschreiben, was der Betrachter sowieso selber auf dem Foto erkennen kann. Außerdem: Berichte schreiben auf Basis von Agenturmeldungen. Diese Berichte weiterentwickeln, je nachdem, welche neuen Agentur-Meldungen eintreffen. Alles unter realistischen (also recht knappen ;-)) zeitlichen Bedingungen.

      • opalkatze / Mai 20 2012 15:32

        Ah, danke. Hab während der re:publica etwas Ähnliches gemacht, daher mein Interesse. Anstrengender als eine ‚richtige‘ Reportage, aber hat viel Spaß gemacht.

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