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16. April 2012 / Pascal Tannich

Was verrätst du Facebook?

Die Techische Universität Darmstadt, genauer das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik, forscht in Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk. Zusammen mit hr-info wollen die Forscher wissen, was wir auf sozialen Netzwerken über uns veröffentlichen.

Die Umfrage ist wertvoll, weil mit ihr Forschung zu neuen gesellschaftlichen Entwicklungen betrieben wird. Allerdings bezweifle ich, dass herausragende, neue Erkenntnisse gewonnen werden. Die Studie wird bestätigen, dass Facebook dem Stalken dient und wir viel über uns selbst in sozialen Netzwerken preisgeben. All dies in der Hoffnung, neue Menschen kennenzulernen.

Es wird zwar nach den Chancen gefragt, die ein Social Network bietet, um Freundschaften zu schließen und neue Menschen kennenzulernen. Ich vermisse in der Umfrage aber die Frage, wie oft das schon in bestehenden Netzwerken funktioniert hat.

Ich finde es ein bisschen traurig, dass das „fiktive Netzwerk“ in der Umfrage ein Facebook-Klon ist. Hier hätte ich mir Fragen gewünscht, die auch andere Aspekte berücksichtigen. Zum Beispiel: „Sie haben zwei Social Networks zur Auswahl: Die AGB des einen passen auf eine DIN A4 Seite, beim anderen sind es 45 Seiten. Für welches entscheiden Sie sich?“ Ich vermisse auch Fragen wie: „Wünschen Sie sich Alternativen zu kommerziellen Angeboten?“ Oder: „Wie viele Freunde haben Sie über soziale Netzwerke kennengelernt?“ und „Dienen soziale Netzwerke für Sie dem Erhalten bestehender Freundschaften?“

Ein Schmunzeln löst zudem die Frage nach dem Beziehungsstatus aus. Nachdem man beantwortet hat, ob man in sozialen Netzwerken seinen Status in Sachen Beziehung in der Regel angibt, folgt unter folgender Prämisse…

Hinweis zu den darauffolgenden demografische Fragen.

… diese Frage:

Frage nach dem Beziehungstatus.

Die Beziehungsfrage muss beantwortet werden, um die Umfrage abschließen zu können. Also habe ich da mal eben eine falsche Aussage gemacht. Ha. Falls jemand fragt, ich bin verwitwet.

Letzter kleiner Kritikpunkt meinerseits: Inhaltlich gedoppelte Fragen haben mich ein bisschen gestört.

Natürlich dienen Studien immer dazu, Vermutungen zu bestätigen oder sie zu widerlegen (meist sind das die interessanteren Studien). Aber ich hätte mir trotzdem ein weiteres und mutigeres Fragenspektrum gewünscht.

Trotz meiner Kritik hoffe ich, die Umfrage findet reichlich Zulauf und wirft aufschlussreiche Ergebnisse ab.

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  1. Andreas / Apr 16 2012 21:15

    Bin ja gerade in der Forschung 😛 und ich muss sagen: Gedoppelte Fragen sind ja normal, weil man damit überprüft. Aber hier war es drei- bis millionfach 😉 Außerdem hatte ich auch bei vielen Fragen das Gefühl, dass die Sache nicht differenziert genug zu beantworten ist. Fraglich auch ob die immer wieder betonte „Gefahr“ und „Risiken“ die Umfrage nicht beeinflussen.
    Ich steh ja mehr auf qualittative Ansätze… 😉

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