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16. März 2012 / Pascal Tannich

Kony2012 – veraltet, fragwürdig, … falsch?

Aus folgendem Video von Al Jazeera geht hervor, wie der PR-Film zu „Kony2012“ in Uganda von den betroffenen Menschen aufgenommen wird.

Opfer der LRA fühlen sich zu Recht nicht angemessen vertreten. Ihre Leiden werden nicht berücksichtigt. Einer der Männer bringt es auf den Punkt, wenn er davon spricht, dass im Film nur Weiße zu sehen seien – kein einziges der Opfer Joseph Konys.

Auch Rosebell Kagumire, Bloggerin in Uganda, findet das Video unpassend:

Wenn sich eine solche Kampagne auf bekanntermaßen veraltete Informationen stützt, geht sie am Ziel vorbei. Wenn sich die Person gegen die Kampagne wehren, denen sie ursprünglich helfen sollte, dann ist das doch ein eindeutiges Zeichen.

Doch die Urheber der Kampagne wehren sich gegen die Vorwürfe, statt auf die Menschen zu hören, denen sie da „helfen“ wollen.

Informationen zu den Finanziers von Invisible Children lassen weitere Zweifel aufkommen: Die Gruppe von Menschen, denen eine ehrliche Hilfe für die Betroffenen am Herzen liegt, wünschte man sich anders zusammengesetzt.

Zudem kommt nur ein Drittel der Gelder wirklich beim „Ziel“ der Initiative an. Das Foto und die Pose der beiden weißen Aktivisten sprechen auch eine interessante Bildsprache. Diese Menschen sollen verhindern, dass Kinder sich unter Drogen bekriegen? Dass War Lords in Afrika Menschen schlachten? Ich weiß es nicht.

„Visible Children“ nimmt darauf Bezug, wohin die Gelder aus der Kampagne fließen:

According to Jason Russell’s appearance on the Today show several days ago, over 500,000 action kits have been ordered at $30 a piece, meaning this campaign has brought in a minimum of $15M in revenue this week. This is great news: at least 500,000 people are “advocate[s] of awesome” according to the group’s webstore! So where’s that money going? I’ll leave it to Jedidiah Jenkins, Invisible Children’s Director of Ideology:

Thirty-seven percent of our budget goes directly to central African-related programs, about 20 percent goes to salaries and overhead, and the remaining 43 percent goes to our awareness programs. […] But aside from that, the truth about Invisible Children is that we are not an aid organization, and we don’t intend to be. I think people think we’re over there delivering shoes or food. But we are an advocacy and awareness organization.”

Dass „Kony2012“ weder den betroffenen Menschen hilft, noch zur Aufklärung über die angeprangerten Missstände beiträgt, davon muss aber ausgegangen werden.

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  1. Apple Outsider (@AAPLOutsider) / Mrz 17 2012 17:08

    Der Macher des Films ist übrigens gestern masturbierend und nackt, dehydriert und offensichtlich alkoholisiert aufgegriffen worden. Einfach nach „Invisible Children“ auf Google News suchen und die Ländereinstellung auf „US“ stellen.

    • Pascal / Mrz 17 2012 17:46

      War mir bekannt, hatte ein Update meines Beitrags nicht zwingend für nötig gehalten. Der Fokus soll ja auf den inhaltlichen Schwächen der Kampagne bleiben, nicht auf den persönlichen Unzulänglichkeiten der Urheber bzw. Begründer.

      Mehr Infos gibts dazu auch auf boingboing.

Trackbacks

  1. Linksverkehr KW 11/2012 » YOUdaz.com

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