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1. Mai 2011 / Pascal Tannich

Erfahrungsbericht – 1 Tag im Zeitraffer

Aus dem Filmmaterial aus drei Kameras, die jeweils zwischen sechs und acht Stunden aufgezeichnet haben, einen Film von nun gut sechs Minuten zusammenzuschneiden und zu rendern, das kostet Zeit. Das war mir vorher klar und dennoch habe ich meinen erwarteten Arbeitsaufwand um einiges übertroffen. Ich hatte mit insgesamt 15 Stunden Nachbearbeitungszeit gerechnet. Es sind dann doch um die 20 Stunden geworden. Aber mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

Außerdem kommt es auch immer auf die Arbeitsatmosphäre an. Eine unglaubliche Erleichterung ist es, wenn man Freunde hat, die einem Hard- und Software zur Verfügung stellen und schon bei der Produktion des Materials mit helfenden Händen in Aktion treten. Nicht zu verachten ist auch, wenn eben diese Menschen während der gesamten Nachbearbeitungszeit für kulinarische Versorgung auf höchstem Niveau sorgen, sodass man in seiner Arbeit aufgeht, elf Stunden vor dem Rechner verbringt und in finsterer Nacht, mit dem Blick auf die Startleiste, realisiert, dass es vielleicht auch mal wieder Zeit wäre, den Heimweg anzutreten und sich ein wenig Schlaf zu gönnen.

Dass ich mit der Erstellung eines Time-Lapse-Videos keine herausragende journalistische Erfahrung im Bereich Recherche oder beim Verfassen von Texten sammeln würde, war klar. Und es war auch nicht mein Ziel. Es war ein Versuch, eine etwas andere Art von Videojournalismus auszuprobieren. Ich konnte Praxis im Umgang mit Schnittsoftware sammeln und das scheint mir doch auch recht hilfreich für die Zukunft.

Die Idee, die Anti-AKW-Demo in Neckarwestheim am 25. April im Time-Lapse-Stil aufzuzeichnen, entstand aus verschiedenen Beweggründen. Erstens hatte ich einige Time-Lapse-Aufnahmen gesehen und fand die Darstellungsform sehr attraktiv. Ein spezielles Ereignis auf diese Weise dokumentarisch darzustellen, lag dann eigentlich nicht mehr so fern. Das Video ist aber definitiv etwas anderes, als einen Sonnenuntergang oder eine Blüte im Zeitraffer abzubilden.

Zur technischen Vorgehensweise: Nach Versuchen mit digitalen Spiegelreflexkameras wurde schnell klar, dass deren Verwendung für Time-Lapse-Filme einfach möglich war, das Fotografieren einer belebten Kreuzung über eine viertel Stunde hinweg aber 600 Schuss bedeutete. In Anbetracht des zu erwartenden Verschleißes beim Aufzeichnen eines ganzen Tages auf diese Art und Weise fiel die Entscheidung, dass in Neckarwestheim digitale Camcorder zum Einsatz kommen würden. Die Ergebnisse der Testläufe mit den Kameras erwiesen sich als sehr gut brauchbar. Also stand dem Ganzen nichts mehr im Weg.

Dadurch, dass für den Film nur ausgewählte Einzelbilder aus dem Material der Videokameras Verwendung fanden, entstand der selbe Effekt wie bei der Aufzeichnung mit DSLRs.

Die Arbeit vor Ort gestaltete sich wie folgt: Drei Kameras kamen zum Einsatz, sodass – zum größten Teil gleichzeitig – von verschiedenen Perspektiven und mehreren Standorten aus aufgezeichnet werden konnte. Ohne Helfer wäre das natürlich nicht ohne Weiteres möglich gewesen. Nachdem beim Veranstalter kurz der Ablauf und die Route erfragt worden waren, konnten die Kameras positioniert und deren Standortwechsel geplant werden. Nach dem Tag in Neckarwestheim folgten dann die oben genannten Stunden, verteilt auf drei Tage, für die Nachbearbeitung.

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