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3. März 2011 / Pascal Tannich

E10 … und die Angst der Deutschen

Mit seinem dicken SUV fährt der deutsche Autofahrer zur Tankstelle. Er hat schon sein „Verdammte-Spritpreise-Gesicht“ aufgesetzt und starrt grimmig auf die Preistafeln.

Doch dann …

greift er nicht etwa zum günstigeren E10-Kraftstoff, den nahezu jedes Fahrzeug verträgt. (Sogar dreißig Jahre alte BMW-Motorräder dürfen ihn tanken.) Nein, der deutsche Tanker füllt für fast 10 Cent mehr Super Plus in seinen 3-Liter-Geländewagen (Hubraum, nicht Verbrauch). Damit der schön schnurrt.

Der deutsche Autofahrer hat Angst vor Motorschäden und Leistungsverlusten. Er will sein rollendes Schätzchen, seine Fortbewegungs-Affäre nicht mit diesem „gestreckten Ethanol-Sprit“, dieser „Bio-Plörre“ quälen. Nein, sowas tankt der deutsche Autofahrer nicht.

Doch was löst er damit wieder für eine Kette an Ereignissen aus: Nun führen also nicht nur Spekulationen an den Börsen und wütende Bürger im Norden Afrikas, sondern auch noch der deutsche Tank-Angsthase zu Kraftstoffengpässen.

Die arme Mineralölindustrie. Ständig dieser Stress. Naja, ihnen ist ja schon was eingefallen. Wenn die EU sie zu Strafen verdonnert, weil nicht genug E10 verkauft wurde, will man die einfach auf die Verbraucher umlegen. (vgl. Brüderle ruft E10-Krise aus)

Doch der Ewig-GestrigeDeutsche soll mit seiner Angst und seinen Zweifeln Recht behalten.

Greenpeace erteilt E10 eine Abfuhr.

„Um das Problem noch deutlicher zu machen: Schon jetzt ist die EU ein sogenannter Nettoimporteur. Es werden derzeit umgerechnet 35 Millionen Hektar Ackerland von außerhalb der EU benötigt, um den Nahrungs- und Agrospritbedarf in Europa zu decken. Den Agrospriteinsatz zu erhöhen, führt nur dazu, dass wir mehr importieren müssen.“ (Quelle: http://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/nachrichten/artikel/was_bringt_e10_der_umwelt/)

Der E10-Kraftstoff macht aus dem Autofahrer also keinen Umweltschützer, aber so ist das nun mal mit der Individualfortbewegung.

Aber auch Elektroautos auf dem heutigen Stand sind nach Meinung von Greenpeace nicht brauchbar, will man damit einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

In diesem Sinne: Allzeit gute Fahrt. Und bei mir bleibt die Ungläubigkeit, warum der geizige Deutsche nicht wenigstens um seiner Ersparnisse willen auf E10 zurückgreift.

P.S.: Auf dieser Liste findet wahrscheinlich jeder sein Fahrzeug wieder und kann mit einem Blick erkennen, ob er E10 tanken darf. 99 Prozent der deutschen Marken und 93 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge dürfen E10 tanken. Also keine Angst!

 

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